Diskussionsveranstaltung am 21.4.2015 in Lengerich

Diskussionsbeitrag von der AG Unser Wasser und Vertretern des Wasserverbandes Lingener Land mit den Räten der Gemeinden Lengerich und Handrup, sowie den Bürgermeistern der Stadt Freren und der Gemeinden Andervenne, Lengerich, Handrup, Wettrup, Gersten, Langen und Bawinkel, unterstützt von den Gutachtern des Wasserverbandes Dipl.-Geologe M. Bruns, O. Dünsing, Prof. Dr. Th. Kaiser und von dem Gutachter für die AG Dr. St. Steinmetz.

Der Wasserverband Lingener Land (WVLL) hält an dem Zeitplan zur Exploration eines zusätzlichen Fördergebietes in Lengerich-Handrup fest, ungeachtet aller seit Jahrzehnten gemachten Erfahrungen. Die von der AG Unser Wasser (AGUW) dargelegten Erkenntnisse liegen auch dem Wasserverband und den für die Beweisaufnahme beauftragten Gutachtern vor, die die Sachlage nicht hinreichend berücksichtigen, sondern schlimmer noch: die Natur soll nur im Umkreis von 2,5 km um die drei bereits in den 80er Jahren gesetzten Förderbrunnen herum näher betrachtet werden; alle entfernteren Naturräume wie z.B. der Saller See werden für eine etwaige Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erst gar nicht berücksichtigt, wie Professor Kaiser während der Veranstaltung erklärte (Protokoll_Gemeinderäte_21_4_2015).

Wasserverbands-Vorsteher Vehring rechtfertigte die Exploration mit einem ergangenen Auftrag seitens der Verbandsversammlung aus dem Jahre 2013. Leider wurde diese Entscheidung aufgrund falscher Dargebotszahlen gefällt, wie die AG dies bereits wiederholt dargelegt hat. Bis heute wurden schon weit mehr als ½ Million Euro für die Exploration ausgegeben; Gutachten, Dauer-Pumpversuche und ein völlig neues Wasserwerk mit Anbindung an das bestehende Trinkwasser-Verteilernetz müssen noch erstellt und finanziert werden. Laut WVLL gibt es keinen Plan B, d.h. um die Investition zu rechtfertigen, wird gebaut und schließlich gefördert werden müssen – auf Kosten der Natur, hiesiger Gewerbebetriebe und Land- und Forsten: spätere Generationen müssten die Schäden mit erheblichem Aufwand wiedergutmachen: damit es soweit erst gar nicht kommt, müssen wir das zusätzliche Fördergebiet verhindern!

 

Quellen:

[1] Vortrag von Herrn Bruns, GEOINFOMETRIC, zur Hydrogeologie, mit Zeitplan zur Exploration

[2] Vortrag von Herrn Dünsing, GEODEX, zur Bodenkunde

[3] Vortrag von Prof. Dr. Thomas Kaiser, zur Umwelt

[4] Vortrag von Dr. Stefan Steinmetz, GEONIK GmbH

AG informiert Bevölkerung

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Die Arbeitsgemeinschaft Unser Wasser Lengerich-Handrup (AGUW) rief die Bevölkerung der Gemeinden Andervenne, Gersten, Wettrup, Handrup und Lengerich zur 1. Bürgerversammlung am 20. März 2014 zusammen. Eingangs informierten die AG-Miglieder Josef Mönster über persönliche, sowie Ludger Raming und Matthias Teepker als betroffene Anrainer über die Beweggründe für und Aufgaben der AGUW, welche zur Zeit aus 13 Mitgliedern besteht. 165 Zuhörer verfolgten dann mit hohem Interesse die Ausführungen von Dr. Stefan Steinmetz über hydrogeologische Probleme im Raum Lengerich-Handrup, welches als Untersuchungsgebiet für eine künftige Gewinnung von Trinkwasser ausgewiesen ist. Dr. Helmar Hentschke erläuterte die rechtliche Situation der Trinkwasserförderung durch den Wasserverband Lingener Land (WVLL), dessen jüngst gestellter Antrag auf Grundwasserentnahme noch eingehend geprüft werden muss. In der anschliessenden angeregten Diskussion konnten der Verbandsvorsteher Vehring und Geschäftsführer Gels die Standpunkte des WVLL vertreten.

Die Arbeitsgemeinschaft ist erst am Anfang eines möglicherweise jahrelangen Prozesses, welcher die aktive Teilnahme vor allem der Grundstückseigentümer im betroffenen Gebiet erfordert, um eine Trinkwasserförderung zu verhindern. Diese würde in Konkurrenz zur bestehenden Kulturlandschaft treten, da das Gebiet Lengerich-Handrup als Senke zwischen Langen, Andervenne und Fürstenau gelegen keine Zuflüsse ausser Regen, aber kräftige Abflüsse gen Norden aufweist. Bedingt durch bereits erfolgte Grundwasserabsenkungen durch Entwässerungen (Flurbereinigungen in den 60/70er Jahren) und abnehmenden Niederschlag bei gleichzeitig erhöhter Verdunstungsrate würde eine zusätzliche Wasserentnahme das geologisch durch eiszeitlich entstandene Moränen eingeengte Gebiet schnell austrocknen lassen.

Weitergehende grundsätzliche Informationen können in den Geofakten des Landesamtes für Geologie, Energie und Bergbau (LBEG) nachgelesen werden, welche hier auf der Seite Fachwissen wiedergegeben sind. Über spezifische Informationen wird die AG laufend berichten.

Antrag gestellt!

Noch ist nichts entschieden, aber die Uhr tickt…

Am 13. März traf sich die Arbeitsgemeinschaft Unser Wasser Lengerich-Handrup (AGUW) mit dem Wasserverband Lingener Land (WVLL)  im Grünen Zentrum, Lingen. Hier wurden die gegen-sätzlichen Interessen beider Seiten in sachlicher Atmosphäre mitgeteilt; beteiligt waren Dr. Steinmetz als Hydro-Geologe und Dr. Helmar Hentschke als Rechtsanwalt, die von der AG hinzugezogen wurden.

Im Laufe der Diskussion teilte der Wasserverband, vertreten vom Verbandsvorsteher Vehring, Geschäftsführer Reinhold Gelze und Ressourcenschutz-Beauftragter Alfred Grote, mit, dass ein formaler Antrag auf Wasserförderung im Vorzugsgebiet Lengerich-Handrup beim Landkreis als der zuständigen Unteren Wasser- und Naturschutzbehörde eingereicht wurde.